Betritt man diesen prächtigen Musikpalast, ist der erste Eindruck nicht Erschütterung, sondern Ehrfurcht. Der Blick schweift nach oben zu den kunstvollen Schnitzereien und der bemalten Kuppel, vor einem türmen sich die Orgelpfeifen, als würde die ganze Wand auf das Atmen warten. Die vier Manuale stehen still da, aber es scheint, als könnten sie jederzeit die Seele des gesamten Raumes erwecken. Das Licht fällt durch die Buntglasfenster und verwebt Gold und Rot zu einer warmen und erhabenen Atmosphäre, die einen unwillkürlich langsamer werden lässt.
Vor der Bühne stehend, verstehe ich plötzlich, dass Musik nie nur Klang ist, sondern eine Verbindung von Architektur und Kunst. Jede einzelne Pfeife, jeder Bogen, jedes Mosaik bereitet der Musik eine Bühne. Wenn die Melodie erklingt, vibriert nicht nur die Luft, sondern der gesamte Raum und das Innere des Menschen. Hier spüre ich, dass das menschliche Streben nach Schönheit so extrem und rein sein kann.